Kunststätte Kieslager 2

Kunststätte Kieslager 2

 

Die „Kunststätte Kieslager 2“ befindet sich genau auf der Wasserscheide zwischen Bodensee und Donau. Ihren Namen hat die Kunststätte von der über 20 Meter mächtigen Kies- und Sandschicht die sich im Westen von Pfullendorf auf einer Länge von 800 m vom Scheussenloch unter der Haige hindurch bis zur Aach-Linzer Aach erstreckt. Entstanden ist das Kieslager 2 vor mehr als 10.000 Jahren in der Würmeiszeit als Teil der damaligen Gletscher-Endmoräne. Ein, nicht nur erdgeschichtlich besonderer Ort.

 

Das Anwesen war bis 1976 im Besitz des Architekten Arno Hartmann und seiner Baugesellschaft. Arno Hartmann wollte hier seine Vision von der Ferienregion Oberer Linzgau in die Realität umsetzen. Der alte Bauernhof aus der Vorkriegszeit und die umliegenden Wiesen waren bereits zu einer Feriensiedlung mit Alpenblick umgewidmet worden. Nachdem die Baugesellschaft in finanzielle Turbulenzen geraten war, kaufte die Familie Nothdurft 1976 Arno Hartmann das Anwesen ab und widmete es in die Landwirtschaft zurück. 1977 wurde hier mit der Zucht (kein Gestüt) von Trakehnern begonnen. Heute erhalten noch vier Pferde und ein Esel auf dem Hof ihr Gnadenbrot. Die Hofanlage nebst der umliegenden Wiesen wird unter anderem für Reitkurse und zum Einstellen von Gastpferden genutzt.

 

Neben der Wasserscheide befinden sich auf dem rund 5 ha großen Anwesen insgesamt 4 natürliche Quellen. Eine davon ist mittels eines Domschachtes gefasst. Gespeist werden diese Quellen aus einer unterirdischen Lehmsenke. Bei starken Niederschlägen kann man im Frühjahr an zwei Stellen das Wasser regelrecht aus dem Boden hervorquellen sehen. Auf dem Anwesen befinden sich mehrere, durch einen Wünschelrutengänger ausgewählte, energetisch besondere Orte. Je nach Stimmung und Bedürfnis kann man sich zum Entspannen oder zur geistig-mentalen Stimulanz den passenden Ort (Quellgebiet, Strandkorb, Aussichtsplattform oder eine Bierbank unter der Ulme) zum Verweilen wählen.

 

Auf Grund der exponierten Lage wird die Landschaft stark vom Wind geprägt. Auf dem Anwesen befinden sich drei Baumreihen mit insgesamt 40 mächtigen Bäumen, davon je eine Reihe sehr seltener Schwarzpappeln (8 Bäume), Buchen (16 Bäume), eine weitere Pappelreihe (11 Bäume) und die Reste eines Pappelrings (5 Bäume) um einen ehemaligen Teich herum. Das Rauschen der mächtigen Bäume ist ein besonderes Erlebnis.

 

Eine weitere Besonderheit ist der freie Blick. In Richtung Osten hat man Blick auf Pfullendorf, den Bergwald und Teile des Seeparks. In Richtung Nordwest auf den Buschoren und in Richtung Südwest auf Aach-Linz und das Ruhestetter Ried. Den sensationellsten Blick hat der Besucher nach Süden auf das Appenzeller Land und den Alpen-Hauptkamm. An klaren, föhnigen Tagen reicht das Bergpanorama von den Allgäuer Alpen über den Säntis bis zu den Bergen der schweizer Zentralalpen. Bei einsetzender Dunkelheit und trockener Luft kann man sogar die Lichter auf der schweizer Bodenseeseite bei Münsterlingen sehen.

 

Rund um unser Anwesen sind Bänke aufgestellt, von denen man wahlweise im Schatten oder in der Sonne das Alpenpanorama genießen kann. Ab dem Frühjahr 2020 sind alle Fahrradtouristen bei uns zum Pause machen im Weidenhaus am Reitplatz eingeladen. Für E-Bikes steht eine kostenlose Lademöglichkeit zur Verfügung.

 

Im Herbst 2019 haben wir damit begonnen, eine Skulpturenausstellung einzurichten. Gezeigt werden Werke der Stahlbildhauerin Susanne (ZAZO) Hackenbracht und befreundeter Künstler. Die gezeigten Exponate sind frei zugänglich. Charakteristisch für Zazo sind die gelb beschichteten und weithin sichtbaren Flossen und Kugelscheiben. Ihr Atelier, das „Zaleier“ befindet sich in einem Nebengebäude und kann, nach vorheriger Vereinbarung besichtigt werden. Auf der Rückseite ihres Ateliers befindet sich unter sehr alten Obstbäumen ein Teil des Skulpturengartens und ihr Außenatelier. Hier können ihre großflächigen Ölmalereien und Skulpturen bereits während der Entstehung besichtigt werden. Weitere Teile der Skulpturenausstellung, z.B. eine Skulpturenreihe unter den Schwarzpappeln, sowie ein „Fokus auf Stille“ sind für den Sommer 2020 geplant.

 

Auf dem Hofgelände befinden sich noch mehrere Werkstätten und Ateliers in denen Künstlern die Möglichkeit geboten wird für einen begrenzten Zeitraum zu Arbeiten und ihre Kunstwerke auszustellen und/oder hier stehen zu lassen. Mit den „Zazeliertagen“ in den offenen Ateliers sind für 2020 zwei Veranstaltungen, bei denen mehrere Künstler für ein paar Tage hier vor Ort zusammenarbeiten werden festgelegt. Bei Bedarf können die Räume und das Außenatelier auch für Kunstperformances eingesetzt werden. Die Feuerskulpturen-Performance „Fire and Arts“ findet 2020 im Außenatelier statt. Weitere Infos unter www.kunst-macht-schön.de .

 

 

Text von Gerold Hellwig

 

 

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